Hausärztliche Gemeinschaftspraxis

Dr.med. Ralf Brandstetter
Dr.med. Dirk Kraues
Dr.med. Angelika Römer

Akupunktur
Naturheilverfahren
Palliativmedizin

Frankenring 57
47798 Krefeld

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Therapie mit Antibiotika

Der Name Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika) leitet sich vom griechischen “anti” = gegen und “bios” = Leben ab.

Die Antibiotika trachten jedoch nicht nach dem menschlichen Leben, sondern werden gegen unerwünschte Bakterien eingesetzt. Definitionsgemäß sind Antibiotika natürliche Stoffwechselprodukte von Bakterien oder Pilzen, die das Wachstum von Bakterien hemmen (bakteriostatische Wirkung) oder diese abtöten (bakterizide Wirkung). Im weiteren Sinne gehören zu den Antibiotika auch synthetisch hergestellte Substanzen mit der gleichen Wirkung wie die Fluorchinolone und Sulfonamide. Gegen Viren oder Pilze sind Antibiotika nicht wirksam.

Einsatzgebiete

Antibiotika verschreibt der Arzt bei Entzündungskrankheiten, die durch eine Infektion mit Bakterien hervorgerufen wurden. Bei vielen Erkrankungen wird unser Immunsystem allein mit den Erregern fertig, so dass Antibiotika nicht gebraucht werden.

Wenn die körpereigene Abwehr allerdings nicht gegen die Bakterien ankommt, weil entweder die Erreger besonders aggressiv sind oder unser Immunsystem geschwächt ist, sind Antibiotika erforderlich. Sie wirken gezielt gegen die Bakterien und unterstützen so unser Immunsystem beim Besiegen der Krankheit.

Dank der Antibiotika können heute viele Infektionskrankheiten, die früher zum Tod führten, einfach geheilt werden. Bei viralen Erkrankungen wie z. B. der Grippe, Masern, Mumps, Röteln helfen Antibiotika nicht.

Des Weiteren werden Antibiotika vorsorglich in folgenden Fällen eingesetzt:

  • selten und nur im Ausnahmefall im Rahmen einer Operation zur Vorbeugung von Infektionen durch eingeschleppte oder verschleppte Keime während der Operation,
  • bei Personen mit Herzklappenschaden, bei denen eine Zahnbehandlung durchgeführt wird, zur Vorbeugung einer Herzentzündung (Endokarditis), für die diese Personen besonders anfällig sind,
  • bei Personen mit engem Kontakt zu Menschen, die an schweren bakteriellen Erkrankungen wie Tuberkulose, Keuchhusten (Pertussis), Diphterie, Meningitis leiden.

Unterschiedliche Wirkungsweisen von Antibiotika Es gibt verschiedene Gruppen von Antibiotika, denen jeweils ein unterschiedlicher Wirkmechanismus und/oder Angriffsort am Bakterium zugrunde liegt:
Antibiotika können den Aufbau der Zellwände von Bakterien (Zellwandsynthese) stören. Keine bzw. eine defekte Zellwand bedeuten für Bakterien den Zelltod.

Sie können auch den Aufbau der für das Bakterium notwendigen Eiweiße (die Transkription und die Translation) stören. Dies führt zu einem Stopp des Bakterienwachstums. Weiterhin können sie Bildung eines Vitamins (Folsäure) stören, das die Bakterien zur Vermehrung benötigen.
Eine neue Generation sind die “Gyrasehemmer”. Sie hemmen ein Enzym, welches für die Vermehrung der Bakterien wichtig ist. Gegen dieses neue Medikament sind bislang noch keine Resistenzenbildungen entdeckt worden (Stand 2002). Antibiotika wirken im allgemeinen nicht auf die hochentwickelten menschlichen Zellen.

Welches Antibiotikum hilft bei welcher Krankheit?
Nicht alle Antibiotika wirken bei allen Bakterien gleich gut, weil nicht alle Bakterien gleich aufgebaut sind.

Zum Beispiel wirken gegen eine Streptokokkenangina Penicillin sehr gut, Metronidal aber z. B. überhaupt nicht. Dieses wiederum hilft sehr gut bei Infektionen mit anaeroben Bakterien.
Der Arzt verschreibt ein bestimmtes Antibiotikum entweder aufgrund der Erscheinungsweise einer Krankheit, wobei er anhand von Symptomen und durch Erfahrung auf einen bestimmten Erreger tippt. So wird z. B. eine Mandelentzündung meist durch A-Streptokokken verursacht, gegen die Penicillin wirksam ist.

Bei unklaren Erregern, Resistenzen und bei schweren Infektionen setzt der Arzt eine Kultur an, worauf der Erreger genau zu bestimmen ist. In diesem Fall wird das Antibiotikum gezielt gegen eine bestimmte Bakterienart ausgewählt.

Breitbandantibiotika (z. B. Aminoglykoside, Makrolide, Cephalosporine, Tetracycline, Breitbandpenicilline) wirken gegen eine relativ große Zahl von Bakterien, jedoch nicht gegen alle! Sie sollten jedoch nur eingesetzt werden, wenn eine Therapie mit Schmalspektrumantibiotika nicht möglich ist, z. B. bei schweren Mischinfektionen mit mehreren Bakterien.

Bei Infektionen mit bekannten einzelnen Erregern sollten Schmalspektrumantibiotika, die gezielt gegen das krankheitsauslösende Bakterium gerichtet sind, bevorzugt werden, um die Resistenzbildung einzudämmen (siehe Abschnitt “Resistenz bei Bakterien”).

Dosierung & Einnahmedauer
Antibiotika gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, wie z. B. Saft, Tabletten, Tropfen, Kapseln, Salben, Infusionen. Die richtige Dosierung der Antibiotika ist sehr wichtig.

Die Konzentration des Antibiotikums (der Wirkspiegel) im erkrankten Organ muss ausreichend hoch sein, um dort eine antibiotische Wirkung zu erzeugen.

Normalerweise tritt innerhalb kurzer Zeit nach der Einnahme von Antibiotika eine Besserung ein.

Aber auch wenn die Krankheitserscheinungen zurückgehen, sind meist noch Erreger im Körper vorhanden. Deshalb ist es wichtig, das Antibiotikum nach Vorschrift des Arztes einzunehmen.
Andernfalls kann es durch übriggebliebene Bakterien zu Rückfällen kommen und es können sich Resistenzen ausbilden (siehe Abschnitt “Resistenz bei Bakterien”).
Die Einnahmedauer legt ebenfalls der Arzt fest. Man sollte auch nach Beschwerdefreiheit noch mindestens 2 bis 3 Tage lang das Medikament einnehmen. Nur so ist eine vollständige Ausheilung des Infektes gewährleistet.

Was bedeutet Resistenz bei Bakterien?
Eine Bakterienresistenz liegt vor, wenn die Bakterien trotz eines geeigneten Antibiotikums, das in der richtigen Dosierung ausreichend lang verabreicht wurde, ihre Vermehrung nicht einstellen. Resistente Bakterien sind gegenüber der Wirksubstanz unempfindlich geworden.

Das bedeutet für die Medizin, dass Infektionen durch Erreger, die eigentlich gut mit Antibiotika einzudämmen sind (z. B. Staphylokokkeninfektionen), plötzlich sehr schwer oder gar nicht mehr behandelbar sind.

Heilbar sind diese durch resistente Bakterien hervorgerufenen Krankheiten nur deshalb in manchen Fällen, weil es spezielle Reserveantibiotika gibt, die der Arzt im Normalfall nicht einsetzen darf. Oft aber haben sich schon gegen die Reserveantibiotika Resistenzen gebildet.

Zu einer Infektion mit einem resistenten Bakterienstamm kommt man entweder direkt durch Ansteckung, oder – dies ist bei fortgeschrittenen Erkrankungen möglich – durch eine langwierige Antibiotikasuche, denn werden u. U. verschiedene Antibiotika “ausprobiert”, die in ihrer Gesamtheit zu einer Resistenz führen können.

Wie entwickeln sich resistente Bakterien?

Es gibt verschiedene Mechanismen, durch die sich eine Resistenz ausbilden kann.

Bakterien können sich schnell an neue Umweltbedingungen anpassen, weil sich in jedem Bakterienstamm zufällige Veränderungen im Erbgut entwickeln.

Auch die ersten resistenten Bakterien haben sich zufällig entwickelt. Unter einer Antibiotikatherapie vermehren sich speziell diese Antibiotika-unempfindlichen Individuen. Dies ist in seltenen Fällen bei jeder Therapie denkbar.

Durch falsche Anwendung der Antibiotika, durch zu tiefe Wirkstoffspiegel bei der Therapie (falsche Dosierung, unregelmäßige Einnahme) werden Resistenzausbildungen dieser Art noch mehr gefördert.

Viele Bakterien besitzen die Informationen, wie sie antibiotikaabbauende Enzyme produzieren könnten. Aber sie produzieren diese Enzyme nicht. Sie sind also nicht resistent. Unter einer Antibiotikatherapie kann es dazu kommen, dass die Enzyme doch produziert und die Bakterien somit resistent werden.

Die Bakterien tauschen untereinander genetische Informationen über Resistenzen aus. Durch Einbau der Informationen in ihre genetische Struktur (Genom) werden sie resistent und die Resistenz verbreitet sich weiter.
Eine ganz wesentliche Ursache für die zunehmende Resistenzentwicklung liegt im enormen Antibiotikaeinsatz in Humanmedizin, Veterinärmedizin und Tierzucht.
Die resistenten Bakterien, die dadurch in Mensch und Tier entstehen, gelangen über Kot bzw. Stuhl und über das Fleisch in die Umwelt, werden weiter verbreitet und verursachen bei anderen Individuen schwer therapierbare Krankheiten.



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